Der besondere Behandlungsfall:
Beseitigung einer schweren O-Bein-Verbiegung
und Beinverkürzung
Vorgeschichte
43-jährige Patientin. Z. n. Oberschenkelfraktur rechts im Jan. 2001.
Operative Versorgung mit Oberschenkelmarknagel und Verriege-
lung. Dabei entsteht ein ausgeprägter Innendrehfehler, der zu-
nächst nicht korrigiert wird.
Erst nach über 6 Jahren entschließt man sich aufgrund der ausge-
prägten Gehbehinderung im November 2007 zur Durchführung
einer Korrekturosteotomie. Dabei erfolgt die Derotation, jedoch
auch die Korrektur einer vermeintlichen Valgusfehlstellung (X-Bein). Nachfolgend macht sich eine deutliche Varusstellung (O-Bein) am Oberschenkel mit Beinverkürzung bemerkbar. Die Patientin leidet unter zunehmenden Knieschmerzen (durch die Fehlbelastung)
und einer Gangstörung (durch die Beinverkürzung).
Befund
Reizlose Narben an der Außenseite rechter Oberschenkel nach
Verriegeungsnagelung, Metallentfernung und neuerlich durchge-
führter Plattenosteosynthese. Vom Aspekt her deutliche Beinver-
kürzung (klinisch ca. 3-4 cm), Varusstellung des Oberschenkels.
Schmerzen vor allem im inneren Gelenkfach. Kein nervales Defizit.
Röntgen
Re. Femur in 2 E (mitgebrachte Fremdbilder): Z. n. Oberschenkel-
fraktur in Schaftmitte und Korrekturosteotomie. Ausgeprägte Varus-
und Rekurvationsfehlstellung. Bei Z. n. Plattenosteosynthese Ver-
biegung der Platte, ausgeprägte mediale Kallusbildung. Osteoto-
mie im Schaftbereich des Femurs nicht konsolidiert. Befund einer
Pseudoarthrose (verzögerte Frakturheilung mit drohendem Über-
gang in eine Falschgelenkbildung) 8 Monate nach Voroperation.
Ganzbeinaufnahmen ap im Stehen: Rechts Varusfehler der Fe-
murschaftachse von 19°, deutliche Gesamtvarusfehlstellung der
Beinachse mit Tragachse (Mikuliczlinie) am medialen Kniegelenk-
rand. Beinverkürzung von 3.5cm. Physiologische Beinachsen-
verhältnisse links mit Mikuliczlinie durch die Kreuzbandhöcker.
Therapie
Entfernung der Platte, Aufbohrung der Pseudarthrose, Z-förmige
Osteotomie in der Fehlstellung, Einzeitige Beinverlängerung und
Beseitigung der Fehlstellung, Stabilisierung mit Verriegelungsna-
gel und ausgedehnte Eigenknochenübertragung aus dem Becken-
kamm. Sofortige. Mobilisierung mit Teilbelastung, Lymphdrainagen,
maschinell unterstützte Bewegungstherapie auf der elektrischen Motorschiene.

Nach 8 Mon. ist eine deut-